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SUBVERSIVE THEORIE

Sonntag, 13.10.19


Ort: LC36 (Ludolf-Camphausen Strape 36, 50672 Köln)


Uhrzeit: 11 bis ca. 17 Uhr

Die Gruppe Subversive Theorie lädt ein:


La critique de la violence du monde social

Politische Lesung, Aneignung & Diskussion

zur Kritik der Gewalt der sozialen Welt


Es ist die Kritik an der Gewalt der herrschenden sozialen Ordnung, die die französischen Autoren Annie Ernaux, Didier Eribon, Geoffroy de Lagasnerie und Édouard Louis verbindet. In der Tradition Foucaults und Bourdieus erweitern die AutorInnen die Klassentheorie über rein ökonomische Aspekte hinaus. Im Sinne einer klassenkämpferische Gedächtnispolitik (Foucault) fungiert ihr Schreiben als Revolte gegen das Vergessen der alltäglichen, abgewerteten Lebensrealitäten.


Ihre Genealogie ist die „Genealogie der Unterdrückten“, wie Eribon schreibt. Dabei geht es keinesfalls darum, Liebeserklärungen aus dem Elfenbeinturm an das „Proletariat“ zu verschicken, sondern die abgewerteten Lebensrealitäten samt ihrer phänomenologischen Ideologien des Rassismus, Sexismus und der Homophobie zu kritisieren. Ihre Kritik will den Impuls setzen, das Kritisierte zu verändern. Es geht ihnen darum, den Modellfall eines gemeinsamen intellektuellen Bemühens um eine Kritik der Gesellschaft zu demonstrieren, der eine öffentliche, aufklärerische Funktion hat. Es ist deswegen kein Zufall, dass sich all ihre Publikationen auf die Gesellschaft als einen Zusammenhang beziehen, in dem der stumme Zwang der Verhältnisse für viele Menschen aufgrund ihrer Herkunft ein quasi schicksalhaftes Urteil darstellt. Gegen die Gesellschaft als Urteil setzen sie ein Urteil über die Gesellschaft.


In unserem Tagesseminar werden wir uns mit der Frage auseinandersetzen, welchen Mehrwert die neuere Französische Literatur und Soziologie zur Entschlüsselung und Kritik der modernen Klassengesellschaft bietet und welche politischen Implikation für die gesellschaftliche Linke aus dieser Kritik abgeleitet werden können.


Kyra Palberg, Literaturwissenschaftlerin und Historikerin, liest und kommentiert Annie Ernaux (Der Platz)


Marco Kammholz, Sexualpädagoge und Kommunist, liest und kommentiert Edouard Louis, „Wer hat meinen Vater umgebracht“.

Weitere inhaltliche Beiträge von Mitgliedern der Subversiven Theorie sowie die eigenständige Textlektüre thematisieren die theoretischen Bezugspunkte.


In mehreren Debattenblöcken werden verschiedenen Aspekte vertiefend diskutiert.


Anmeldung per Mail an: mail@subversive-theorie.de

Freitag, 21.06.19


Ort: Alte Feuerwache Köln

        (Südtrakt Großes Forum)

        (Melchiorstraße 3, 50670)

Uhrzeit: 19:00 - 22:00 Uhr

#Enteignen: Sozialismus per Grundgesetz?


70 Jahre Grundgesetz – 70 Jahre Staatskritik


Pünktlich zum siebzigsten Jahrestag der Verabschiedung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland sorgen Mietervereinigungen in Berlin bundesweit für Schlagzeilen mit ihrem Ziel das börsennotierte Immobilienunternehmen „Deutsche Wohnen“ enteignen zu wollen. Ein „Fossil“ der bundesrepublikanischen Verfassung, der Artikel 15 des Grundgesetzes, das heißt eine Überführung von Unternehmen und Gütern aus privater in die öffentliche Hand, soll mittels Volksbegehren, in Anschlag gegen die Wohungsspekulanten in Berlin gebracht werden.


Dass solche „Sozialisierungs“-Gedanken auf entschiedenen Widerspruch von einigen Lobbyisten, Parteien und Kapitalvertretern stossen, ja von ihnen nahestehenden Rechtswissenschaftlern eine Revision der Verfassung in Richtung einer Festschreibung der „sozialen Marktwirtschaft" erwogen wird, zeigt, dass die verfassungspolitische Interpretation ein gesellschaftliches Konflikt- und Kampffeld darstellt.


Auch die linken Sichtweisen auf das Grundgesetz unterscheiden sich über die strategischen Möglichkeiten, tiefgreifende soziale und ökologische Veränderungen durchzusetzen. Die Fragen, ob durch eine Anwendung und Erweiterung der demokratischen und sozialen Rechte des Grundgesetzes ein grundlegender Wandel in Richtung zum Sozialismus möglich, oder aber der Staat schon seiner Form nach auf die Reproduktion der kapitalistischen Gesellschaftsordnung verpflichtet ist, spielten in den vergangenen siebzig Jahren linker Staatskritik eine wichtige Rolle.


Auch in der aktuellen Auseinandersetzung um die Möglichkeiten einer neuen „Sozialisierungspolitik“ gilt es, die theoretischen wie praktischen Ansätze linker Staatskritik in Erinnerung zu rufen und darüber zu diskutieren, welche Analysen und strategischen Möglichkeiten die heutigen Linken haben, dem Sozialismus einen Schritt näher zu kommen. Dabei sollen einführende Referate eine kritische Debatte über die Perspektiven der gesellschaftlichen Linken unterfüttern:


Felix Klopotek, Journalist bei Stadtrevue und Konkret,


Dr. Paul Oehlke, Sozialwissenschaftler, Sozialistisches Forum Rheinland, Rosa Luxenburg Stiftung NRW


Unterstützer*innen der Veranstaltung:

Antifa  Ak Köln, campus:grün HSG Köln, Der Wendepunkt HSG Uni Köln, Diskursiv Aachen, Interventionistische Linke Köln, Recht auf Stadt Aaachen,  Sofor Rheinland, TTE Bücherei Köln


Hinweis auf weitere Veranstaltung:


Am Montag, den 17. Juni 19, hat die IL Köln Genoss*innen aus Berlin eingeladen, um über Strategien für eine sozialistische Stadt zu diskutieren. 19 Uhr, ALte Feuerwache Köln. Weitere Inofmationen.


Materialien zur Vorbereitung auf die Veranstaltung:


Zur aktuellen Vergesellschaftungsdebatte, 05.05.2019, Sofor Rheinland. von Paul Oehlke.


Soziale Demokratie und Transformationsstrategie. Zu Wolfgang Abendroths Verfassungspolitik.

Widerspruch 57 (29.Jg./2.Hj.2009) von Paul Oehlke



Theorie und Praxis des Kampfes um bezahlbaren Wohnraum, 19.04.2018, Jungle World. von Felix Klopotek



Die idealisierte Verfassung: ...Eine trügerische Hoffnung

23.05.19, Junge Welt, von Albert Krölls.


Das Unbehagen am Staat: Staatskritik bei Wolfgang Abendroth und Johannes Agnoli. Standpunkte 25/2010 von Richard Heigl.


Vergangene Veranstaltungen


Ein Abend über den Versuch und den Verrat der Revolution 1918/1919


Mit dem nö theater und Daniel Kulla.


Fr. 23.11.2018, 18 Uhr, Kreutzerstr. 5-9 (Nähe Bhf West)


Die Revolution von 1918/1919 steht im heutigen Erinnerungsdiskurs für die Überwindung der deutschen Kaiserlichen Monarchie, die Durchsetzung des Frauenwahlrechts, die gesetzliche Festschreibung des Achtstundentages und die Installation von Betriebsräten. Aber sie hätte noch viel weiter gehen können.

Tout va bien! - mit politischer Debatte über Film und Revolte


Samstag, der 15. Dezember 2018

19 Uhr, LC 36


Eine Reise zurück in die Zukunft  der Linken, beginnt vlt. genau an dem geschichtlichen Punkt, wo die alte linke Gewissheit für „das Proletariat“ zu reden, fundamental in Frage gestellt wurde. In einer Zeit, wo die Klassenkämpfe in den Automobilfabriken in Italien und nicht nur die Lohnarbeit, sondern bereits in Anfängen die Gesellschaft als Fabrik in Grund und Boden streiken wollte, wo der Kampf um den Lohn für Hausarbeit, also die Frage nach Organisierung der sozialen Reproduktion der Gesellschaft, keine Angelegenheit eines Uniseminars, sondern tagespolitische Forderung war.


Kapitalistischer Realismus ohne Alternative?


Samstag den 09.02.19



Mark Fisher ist bekannt geworden mit  seinen Veröffentlichungen als K-punk im gleichnamigen  Blog und seinen Büchern  wie „Kapitalistischer Realismus ohne Alternative?“ beim VSA Verlag 2013.


Der in Köln lebende Autor Christian Werthschulte der als Übersetzer zwei der Bücher von Fisher,  dem politischen Theoretiker und Kulturwissenschaftler eng verbunden war, wird uns mit einem Einleitungsbeitrag zu Werk und Denken des 2017 verstorbenen Genossen hinführen.

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